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Ausstellungen

Walter Eisler *1954 (Hamburg)

Werkauswahl
21. März – 13. April 2010 (Osterferien)
Eröffnung: Sonntag, 21. März um 17 Uhr
Vorher: 15.30 Uhr: Jahresmitgliederversammlung Kunstverein Südsauerland


Abb.: König Minetti, Foto vom Künstler zur Verfügung gestellt.

Walter Eisler wurde 1954 in Leipzig geboren. Nach einer Studienphase der Verfahrenstechnik an der Technischen Hochschule Merseburg und der Mitarbeit im Atelier des Vaters Bernhard Heisig (1976-78) folgte das Studium mit Diplomabschluß an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Bernhard Heisig und Volker Stelzmann (Gast im Kunstverein Südsauerland 2003). Seine akademische Arbeit begann mit einer Büste von Sokrates, dessen philosophische Fragestellungen auch hinter den Werken Eislers liegen. 1982-1984 Mitarbeit am Panoramagemälde „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ von Werner Tübke in Bad Frankenhausen. "Um sich vom erdrückenden Ruhm seines Übervaters Bernhard Heisig zu befreien, nahm er in den 80er Jahren den Familiennamen der Mutter an." (M.G. Müller, 02.03.2001, NRZ) Seit 1984 ist Walter Eisler freiberuflicher Maler und lebt heute in Hamburg.

Ausstellungen 
in Galerien und Museen in Deutschland, England, Frankreich, Italien, USA

Selbstzeugnisse:
„Ich möchte zeigen, wie Werden und Vergehen, Verfall und in unmittelbarer Nähe Neues nebeneinander herlaufen, fast wie ein biologischer Prozess. Beeindruckend war z.B. in New York, wie Seile einer Hängebrücke getrennt und sofort erneuert wurden und das alles bei starkem Autoverkehr - es war wie eine fortlaufende Produktion.“ (1995) 
„Lange Zeit habe ich mich mit dem deutschen und französischen Impressionismus beschäftigt (Corinth, Liebermann, Monet, Manet...), weil mich ihr Umgang mit dem Licht begeisterte. Es war wie eine Fortführung der Auseinandersetzung mit Rembrandt, der mich während des Studiums und schon davor interessierte. Später wuchs mein Interesse an "klareren" Formen, wie ich sie 1991 bei Giotto in Assisi vorfand bzw. danach 1996 in Florenz und Arezzo bei Fra Angelico und Piero della Francesca. Meine jetzige Malerei sehe ich als eine Summe aus diesen Erfahrungen mit Licht und strenger Form.“ (1998)
„Bereits seit 1991 beschäftigt mich die Metapher des Königsthemas, sei es in einzelnen Porträts oder "übersetzt" als Schachfiguren bzw. beides im Kontext: Das Phänomen König/Königin als Synonym für Macht bzw. Mißbrauch von Macht, auch ihr "Hineingestelltsein" in diese Position/Situation. Literarische Anregungen von Shakespeares Dramen bis zu Canettis "Masse und Macht".“ (2000)
„Ich bin einige Male in den USA gewesen, auf den Spuren von Edward Hopper und um zu malen. 1996 saß ich da in einem Hotelzimmerchen und an der Wand hing eine Reproduktion von Giotto. Die ruhigen klaren Formen haben mich sofort gepackt. Ich war dann in Siena und Florenz, habe Giotto und sein Umfeld studiert und entdeckte de Chirico und die Pittura Metafisica für mich." (Die Welt, 16.01.2004)

Pressestimmen
Fabrikanlagen sind verlassen, "Das neue Werk" mit seinen Treppen, Schornsteinen, Fensterfronten und Dachgewölben erstreckt sich wie schlafend über ein weites Areal. Das monotone Grau-Blau-Grün lässt es unwirklich erscheinen, wie noch nicht in Betrieb gegangen oder schon wieder aufgegeben. Die Wirklichkeit ist kaum zu ermitteln. Die Nahtstelle, an der Unwirklichkeit und Realität einander begegnen, ist farblich vielschichtig angelegt. Das von Walter Eisler benutzte Öl legt sich wie ein Film, der eine ganz andere Geschichte zu erzählen scheint, über die Wahrheit. Das, was er offenbart, blendet auf eine höchst subtile Art das Unterbewusstsein ein, welches ungewisse Vermutungen spiegelt. (Anneliese Euler, Main-Echo,31.10.2003)
Es hat etwas Detektivisches, wenn er Ruinen, Burgen, Türme und Industrieanlagen aufspürt, um sie auf die Leinwand zu bringen. Immer wieder gewinnt Eisler ihnen neue Aspekte, Facetten, Dimensionen ab. Anscheinend sind es nur Brücken, Hochhäuser, Kinopaläste oder Tankstellen. Aber Eisler malt sie so, dass sie als Werke der Menschen erscheinen, die nach Nutzung zu Ehrwürden verklärt oder vom Verfall gezeichnet sind. (Veit Stiller, Die Welt, 16.01.2004)

Judith Pasquale / Rosemarie Pott
(Mitglieder im Künstlerbund Südsauerland)

Werkauswahl
4. Juli – 28. Juli 2010 (Sommerferien)
Eröffnung: Sonntag, 4. Juli um 11 Uhr

Link zum Künstlerbund Südsauerland

Abb.: Gomera 14, von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Judith Pasquale
Malerei

1955 in Oberhausen geboren. Studium Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Kunst. Lehrtätigkeit an der Jugendkunstschule Siegen; wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Siegen; dort 1997 Promotion in Erziehungswissenschaft. Seit 1979 Ateliergemeinschaft „Alte Schule Brachthausen“ und Gemeinschaftsausstellungen mit Rosemarie Pott und Eva König. Seit 1989 Mitglied und jährliche Gemeinschaftsausstellungen im Künstlerbund Südsauerland e.V., so u.a. 2002 im Landtag NRW. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen.
Würdigungen:
Katalog 10 Jahre Künstlerbund Südsauerland (1999); 20 Jahre Künstlerbund Südsauerland (2009); Kunst und Künstler im Kreis Olpe II (2001).
Zur künstlerischen Arbeit: „Biografisch relevante Themen finden ihren Niederschlag in der künstlerischen Arbeit. So haben sich z. B. folgende Motivreihen ergeben:
 
„Regelmäßige Reisen auf die Kanareninsel La Gomera sind aufgrund der einzigartigen Lichtverhältnisse immer wieder Inspiration für farbintensives bildnerisches Schaffen. Hieraus resultieren die Serien „Bananen“, „Schräge Vögel“ und „Gomera 2004“. – Die Arbeit in der Kindheitsforschung sowie in der Elternberatung finden ihr Echo in den Bildserien „Kinder/Kindheit“ und „Familienbilder“. – In Anlehnung an die fünf Elemente der chinesischen Feng Shui-Philosophie zu „Feuer, Erde, Metall, Wasser, Holz“ entstanden die Serien: „Feuervögel“, „Wasserzeichen“, „Send me flowers“, „Feuer, Wasser, Erde“ – Die Serie „Bin ich schön?“ zeigt durch spontane Gesten entstandene, fast an das Genre der Comiczeichnung angelehnte, skurrile Figuren, die sich dem Betrachter nicht als angepasst, sondern in der vitalen Vielfalt des Seins präsentieren.“

Rosemarie Pott / Judith Pasquale
(Mitglieder im Künstlerbund Südsauerland)

Werkauswahl
4. Juli – 28. Juli 2010 (Sommerferien)
Eröffnung: Sonntag, 4. Juli um 11 Uhr

Link zum Künstlerbund Südsauerland

Abb.: Medizin I (1998), von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Rosemarie Pott 
Bildobjekte, Malerei, Fotografie

1941 in Neisse geboren. Studiendirektorin a. D. Kunst/Sozialwissenschaften. 1992-2000 Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik am Berufskolleg Siegen. Seit 1979 Gruppenausstellungen mit Eva König und Judith Pasquale. Seit 1974 in Ausstellungen des Musischen Zentrums der Ruhr-Uni Bochum. Seit 1989 Mitglied und jährliche Gemeinschaftsausstellungen im Künstlerbund Südsauerland, so u.a. 2002 im Landtag NRW. Würdigungen: Katalog 10 Jahre Künstlerbund Südsauerland (1999); 20 Jahre Künstlerbund Südsauerland (2009); Kunst und Künstler im Kreis Olpe II (2001).
Künstlerisches Konzept: "Die Welt für meine Kunst zu entdecken bedeutet für mich, das Auge gezielt auf die kleinen und kleinsten Dinge zu richten. Angefangen bei Fundstücken aus der Natur, dem Alltag, weggeworfene, scheinbar bedeutungslose Dinge, von Umwelteinflüssen geprägt, nicht mehr Benutztes. Wesentlich ist mir bei der Bearbeitung der Verwandlungsprozess, die Verwandlung des Materials von einem Zustand und einer Aussage in eine andere. Diese Grundlagen sind sowohl in meinen Arbeiten der Fotografie und der Malerei als auch in Objekten zu finden. In späteren Arbeiten erhalten 'Fundsachen' eine neue Dimension. Nicht mehr gebrauchte Objekte, vom Spielgegenstand (Puppenfiguren/Medienwelten) bis zum Arbeitsmaterial (Nägel/medizinische Geräte), verbunden mit meinen herkömmlichen Fundstücken und biographischen Utensilien, werden in eine neue Form und z. T. politische Aussage gebracht. Der ästhetische Aspekt tritt in der Endform der Arbeiten mal hinter die Aussage zurück, mal geht er eine Fusion mit ihr ein."

HARALD METZKES *1929 (Berlin)

Werkauswahl
3. Oktober – 27. Oktober 2010 (Herbstferien)
Eröffnung: Sonntag, 3. Oktober um 11  Uhr

Abb.: Mädchen mit Spiegel und Maske, 2005
Foto: Bernd Kuhnert

Harald Metzkes

1929 geboren in Bautzen
1947-1949 Steinmetzlehre bei Max Rothe in Bautzen
1949-1953 Malerei-Studium bei Wilhelm Lachnit, Hochschule für Bildende Künste Dresden
1955-1958 Meisterschüler bei Otto Nagel, Deutsche Akademie der Künste Berlin, enge Zusammenarbeit mit den Meisterschülern Manfred Böttcher, Ernst Schroeder und Werner Stötzner; diese Künstlergruppe wird später als "Berliner Schule" bezeichnet.
Harald Metzkes ist ihr wichtigster Vertreter.
1976 Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste zu Berlin
1977 Einzelausstellung in der Nationalgalerie Berlin, Nationalpreis der DDR
1984/1988 Teilnahme an der Biennale in Venedig
1986 Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der DDR, 1991 Austritt
1959-1992 freischaffend in Berlin, seit 1993 in Wegendorf (Brandenburg)
2006 Retrospektive auf Schloß Gottorf in Schleswig
2007 Auszeichnung mit dem Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin
2009 Ausstellungen zum 80. Geburtstag, u. a. in Berlin, Bautzen

„Es wird oft von künstlerischer Meisterschaft gesprochen. Das Mittel dazu ist das Auge. Es beobachtet sowohl die Natur als auch die Entwicklung auf der Leinwand. Die Natur ist die Fülle, der Knotenpunkt von tausend Erscheinungen in der Sache, die das Auge betrachtet. Wie soll dieser Reichtum auf der Leinwand eine Parallele finden, wenn man dem Auge nicht dauernd den Vergleich vorführt? Wo treffen sich Reiz und Wahrhaftigkeit?“ Harald Metzkes, 1975, Katalog (S. 13) der Ausstellung im Museum Bautzen, 2009

„Ich bin als Maler der Beobachter eines Welttheaters, in dem die Welt sich aber abspielt, nicht dahinter. Es wäre sehr schön, das Leben darzustellen, wie es ist, aber ich spüre, dass man da nicht aufhören kann, es muss ja auch etwas gelöst werden.“ Harald Metzkes, 1994, a. a. O. (S. 43)

„Groß war nach der Wende das Glücksgefühl, im deutschen Osten auf einen Einzelgänger und so exzellenten Koloristen wie Harald Metzkes und auf sein so reiches und verlockendes Lebenswerk, das man vorher nur sporadisch kannte, zu stossen. Metzkes verschrieb sich einem „Leben auf wackligen Stühlen“, wie er einmal sagte, und leitete davon sein Personal der Komödianten, der Akrobaten, Clowns und Jongleure ab. Der Künstler  arbeitete sich in die grosse, heute gefährdete Maltradition hinein und bekennt sich zu der „großen Akademie Cézanne“. Das konstruktive Bildethos des Franzosen diente ihm als Überlebensmodell. Man wünschte sich, dass sein Werk im Westen bekannter wird und vielleicht auch auf nicht-akademische Weise Schule macht. Eduard Beaucamp, Katalog (S. 66) Harald Metzkes, Galerei Leo.Coppi, Berlin 2009


 

 
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